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Capricorn-Brücke Medienhafen, Düsseldorf

Neubau, Brücke

Bauherr: Pirol Holzstraße GmbH & Co. KG, Düsseldorf
Architekt: Gatermann + Schossig Architekten GmbH, Köln

Leistung: Tragwerksplanung, Bauphysik
Leistungsphasen: 1-6

Planung: 2018-2019

Im Süden des Düsseldorfer Medienhafens entsteht das von Renzo Piano entworfene Bürogebäude „Float“. Dieses soll mit dem gegenüberliegenden „Capricornhaus“ von Gatermann + Schossig durch eine spektakuläre Fußgängerbrücke aus Stahl und Glas verbunden werden. Das Brückenbauwerk wird in Zukunft die beiden Bürogebäude verbinden, um möglichst schnell und komfortabel von einem Gebäude in das andere zu gelangen. Durch ihre besondere Form dominiert das Bauwerk den Straßenraum zwischen den beiden Gebäuden. Die zu „überbrückende“ vierspurige Holzstraße ist der Hauptzugangsweg in den Düsseldorfer Medienhafen, so dass die 35 Meter lange Verbindungsbrücke der südliche Auftakt des Quartiers sein wird. Das komplette Stahltragwerk ist mit großformatigen, dreiecks- und trapezförmigen Isolierglasscheiben (bis zu 8,1 m x 3,0 m) eingedeckt, welche teilweise bedruckt sind.

Es ist jedoch keine klassische Brücke, die in der Regel von einem Auflager zum anderen spannt. Die Capricorn-Brücke hat ein mittig gelegenes, zentrales Auflager auf dem Mittelstreifen der Straße. Der schalenförmige Baukörper ist in ein räumliches Stabwerk aus Stahl-Hohlprofilen aufgelöst, welches sich aus der Mitte in beide Richtungen entwickelt. Statisch gesehen ist die T-förmige Konstruktion am mittleren Auflager eingespannt und kragt jeweils bis zu 18 Metern aus. Innerhalb des räumlichen Stabwerks ist der Fußgängersteg angeordnet. Die hohe Steifigkeit des Tragwerks ergibt sich unter anderem aus der in der Mitte geknickten Grundrissform sowie des räumlichen Stahl-Stabwerks. Das Stabwerk ist auf einem massiven Fundamentkörper aus Stahlbeton eingespannt, die Kräfte und Einspannmomente werden durch drei Bohrpfähle in den Baugrund einleitet. Das Tragwerk ist für den Lastfall Erdbeben ausgelegt, das Schwingungsverhalten wurde für verschiedene Lasteinwirkungen umfangreich untersucht. Die beiden Kragarmenden sind in horizontaler Richtung zur Dämpfung an den beiden Gebäuden durch Zugverbände gekoppelt.

Capricorn-Brücke, 2019 (GATERMANN + SCHOSSIG Architekten)

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Straßenansicht (Gatermann + Schossig/Rendering Fix Visuals)

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Statik (Grafik osd)

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Fertigung der Stahlelemente im Werk seele pilsen s.r.o., Plzen - CZ(Foto osd)

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Stahlkonstruktion des Trägers (Foto osd)

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